Fotogruppe Objektiv

Häuser in Venedig

Venedig – Porträts von Häusern

Zu Ostern war ich das zweite mal, genau nach zehn Jahren, wieder in Venedig. Ein Thema habe ich in den Bildern beider Aufenthalte entdeckt – die Fassaden der Häuser und was hinter ihnen steckt. Vor zehn Jahren habe ich natürlich die wichtigsten Touristenattraktionen Venedigs besucht. Die Hausporträts der prächtigen Villen am Canale Grande sind aus dieser Zeit.

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Die Mischung aus gotischem Maßwerk und orientalisch wirkende Fenstereinfassungen waren häufig zu sehen.

Die 1. Etage ist immer am prächtigsten, denn das Erdgeschoss wird bekanntlich häufig überflutet. In der Villa Doro ist ein Museum. Daher kann man die Loggia nicht nur von außen bestaunen...

 

 

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...sondern auch von innen betreten. Kühl und schattig lässt sich so das Treiben auf dem Canale Grande betrachten.

Der Sina Centurion Palace ist perfekt renoviert. Alle Linien sind parallel oder stehen im rechten Winkel zu einander. So perfekt passt es gar nicht zu Venedig.

 

 

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Das Juwel am Canale Grande ist der Palazzo Barbarigo. Mosaike zeigen, wer hier wohnte und woher das Geld für diese Fassade kam.

Die Dächer und Seitenwände der Prachtvillen sind wie üblich weniger aufwendig gestaltet.

 

Dieses Jahr waren Gegenden abseits der Touristenpfade unser Ziel. Wir suchten Straßen, die nie ein Tourist je zuvor gesehen hat. Das ist natürlich Unsinn. Trotzdem ist es verblüffend, wie sich die Besuchermenge reduziert, wenn man den Bereich zwischen Markusplatz und Rialtobrücke nur wenige Meter hinter sich lässt.

Es gibt nur sehr wenige Neubauten. Überall kämpfen die Hausbesitzer gegen den Verfall mit unterschiedlichen Methoden und Erfolg. Da wird man als deutscher Hausbesitzer schon ein wenig unruhig.

   
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Stilmix und Visitenkarten findet man auch an den Seitenkanälen. Dieses Haus hat noch einen Besitzer gefunden, der sich gut ums ganze Haus kümmern kann.

Liegt das Haus direkt an einem Kanal zieht die Feuchtigkeit in Putz und Wand. Wo ist die Diffusionssperre?

 
   
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Die heraufziehende Feuchtigkeit hat hier inzwischen die erste Etage unbewohnbar gemacht.

Ist es wirklich nur der Putz, der abbröckelt? Werden die Steine nicht auch weich?

Möchte man ein Haus haben, dass an zwei Seiten an einem Kanal liegt?

   
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Die größten Wandanker habe ich an diesem Haus gesehen. Es reicht offensichtlich nicht den Putz im unteren Bereich zu erneuern.

Die Mauer am Kanal hält das Wasser nicht vom Haus ab. Die Löcher in ihr sprechen dafür, dass das Wasser nach Aqua Alta schnell wieder abließen soll.

Bei den Rissen in der obersten Etage und den Stahlklammern am Eingang im Erdgeschoss fragt sich der Besitzer der Eigentumswohnung in der ersten Etage bestimmt, von wo das Unglück zu erst kommt. Von oben oder von unten.

   
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Es ist nicht nur die Feuchtigkeit aus den Kanälen, die Schwierigkeiten macht. Die Dachrinnen und Fallrohre sollten auch in Stand gehalten werden.

 
   

Auch wenn ich mich wirklich frage, wie lange das ein oder andere Haus noch stehen wird oder warum es nicht schon lange zusammen gebrochen ist, habe ich die Fotos nicht als besorgter Hausbesitzer gemacht.

Der optische Reiz in diesen Bildern überwiegt. Die Farben sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Ursprünglich symmetrisch geplant, bringen kleine Fenster, schmückende Steinmetzarbeiten, schief werdende Fenstereinfassungen oder gar ganze Außenwände die kippen alles durcheinander.

Zum Abschluss noch vier Häuser, dessen Antlitz ich attraktiv finde.

   
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Balkone sind selten. Brunetti hat einen mit Blick auf den Canale Grande gefunden. Dieser hier ist mit Blick auf die Lagune.

„Weggabelungen“ sind auch selten. Die Brücke auf der ich stand, um dieses Haus zu fotografieren ist offensichtlich ein Insidertipp für Fotografen und Instagramer. Bei meiner frühmorgendlichen Fototour war der beste Platz schon von einem Stativ belegt und mich musste eine Viertelstunde warten.
Und immer wenn ich hier vorbei kam, erstellten junge Menschen Bilder für ihr Profil.

   

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Wenn man sich weiter in die Randbereiche Venedigs bewegt, sieht man Häuser jüngeren Datums. Das erkennt man aber nur am Baustil.

Auf der Glasbläserinsel Murano findet man Industriearchitektur, die den Erfolg des Unternehmens nicht verheimlichen will.

   

Noch eine wenig Fototechnik

Bitte keine stürzenden Linien

Nicht nur in der Architekturfotos ist es mir wichtig, stürzende Linien zu vermeiden. In erster Linie versuche ich es, die Kamera erst gar nicht zu kippen. Dabei hilft mir die Wasserwaage in der Kamera. Idealerweise wird das Foto mit einem Stativ gemacht. Großer Abstand oder starkes Weitwinkel sind häufig erforderlich um dass zu erreichen. Anschließend wird das Bild passend beschnitten.

Wenn ich das passende Weitwinkel nicht dabei habe oder ich den Abstand nicht groß genug wählen kann muss ich in Lightroom mit Hilfslinien die stürzenden Linien gerade ziehen.

PTGui – mein fotografisches Schweizer Messer

Das Programm PTGui nutze ich nicht nur für weitläufige Landschaftsaufnahmen. In drei Bildern dieser Serie kam es für unterschiedliche Zwecke zum Einsatz.

 

1. Gigapixelaufnahme

 
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Sechs Aufnahmen vom gegenüberliegenden Ufer mit dem 200 mm – Tele habe ich zusammengesetzt um jedes Detail erkennen zu können.

Ein 1 zu 1 – Detail aus der 14.000 mal 12.000 Pixel Aufnahme.

   

2. Kein ausreichendes Weitwinkel dabei

Ein Zwei-Bilder-Panorama war erforderlich um ein Haus komplett abzulichten:

 
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Die beiden folgenden Aufnahmen habe ich für ein vertikales Panorama zusammengefügt.

unten

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oben

 
   

3. Collage um störende Menschen auszublenden

Vor dem Industriegebäude in Murano hatte ich ständig Menschen im Bild. Die menschenfreie Aufnahme ist eine Collage aus zwei Aufnahmen.

 
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Die Menschengruppen links ... ... und rechts vom Eingang werden maskiert ...
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... und sind im zusammengefügten Bild nicht mehr vorhanden.