Dias Scannen mit der Kamera

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Jeder kennt das Problem: Man hat den Schrank voller Dias und würde diese gern digitalisieren. Welche Möglichkeiten gibt es und wieviel  Geld möchte ich dafür ausgeben?  Geräte zum Digitalisieren kosten zwischen 100€ - 150€, bringen aber nicht die nach meinen Vorstellungen gewünschte Bildqualität.

Da ich ein große Fan von Happy Shooting der Foto-podcast bin ( https://happyshooting.de ) bin ich da auf einen Beitrag aufmerksam geworden in dem es darum ging mit den vorhandenen Mitteln Dias zu scannen.

Okay, dann überlegen wir doch mal, was wir an Hardware benötigen und was wir bereits haben! Die Idee: die Bilder mit der Kamera abzufotografieren. Eine Möglichkeit wäre, die Bilder von der Leinwand abzufotografieren. Das ging bei mir nicht, mein Dia-Projektor ist defekt.

Folglich müssen die Dias von hinten beleuchtet werden. Dazu eignet sich eine Lichtquelle, wie mein LED Licht von Neewer (LED-NL660) sehr gut. An dem kann ich die Lichtstärke und Lichtfarbe einstellen. Damit man die unterschiedlichen Farben der LEDs nicht auf den durchleuchteten Dias sieht, benutzt man eine matte  Streuscheibe. Auf diese wird ein ausgeschnittener Rahmen aus Karton gelegt zum Positionieren des Dias. Auf den unten folgenden Bildern kann man es gut erkennen.

Als Rahmen habe ich ein dickes Stück Pappe aus unserem Altpapier genommen. Ohne den Rahmen käme viel Licht an dem Dia-Rahmen vorbei und könnte als Streulicht die Bildqualität verschlechtern. Nun einfach noch die Kamera mit einem Stativ über das Dia positionieren und die richtigen Einstellungen vornehmen.

Leider habe ich kein Makroobjektiv, aber das 24-70mm L von Canon verfügt über eine Makrofunktion.

Obwohl man mit der Optik ganz nah an das Dia heranmuss, bleibt auf dem abfotografierten Bild trotzdem ein weißer Rahmen von der Hintergrundbeleuchtung zurück, den man anschließend mit dem Schneidewerkzeug in der Bildbearbeitung entfernt. Dieses Problem umgeht man bei Verwendung eines Makroobjektivs. Mit dem kann man näher an das Dia heran.

Auf den nächsten Bildern sieht man den kompletten Aufbau. Dieser kann sicherlich noch optimiert werden. Bei mir aber hat es wirklich gut geklappt. Ausgelöst habe ich dann die Kamera mit einem iPad, welches über W-LAN mit der Kamera verbunden wird. Das hat den Vorteil, dass man das Bild auch auf dem Bildschirm des iPads sehen kann, um es auszurichten und evtl. den Fokus anzupassen. Hier sieht man die Ansicht auf dem iPad und den Auslösebutton auf der rechten Seite.

Ein Vorteil der Methode des Abfotografierens ist, dass man die Bilder dann im RAW Format auf seinem Rechner hat und noch einiges optimieren kann. Wenn man kein „richtiges“ Makro hat und das Dia nicht formatfüllen abbilden kann, ist es wichtig eine Kamera mit einer hohen Auflösung (in meinem Fall 30MP) einzusetzen, da man das Bild noch zuschneiden muss. Die Pixellänge der Bildseiten nimmt dann naturgemäß ab.

Hardware, die ich benutzt habe:

  • Kamera: Canon EOS R
  • Objektiv: Canon EF 24-70mm f/4L IS USM
  • Stativ: Manfrotto 190PROB mit Sirui K-20X Kugelkopf Lichtquelle:
  • Neewer LED-NL660
  • Apple iPad zum ausrichten und auslösen
  • Pappkarton als Dia Rahmen

Hier einige Bilder aus der "Werkstatt":

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Und nun viel Spaß beim nachmachen ;-)