Etwa in vierteljährlichem Abstand führen wir einen Themenabend durch, bei dem wir die Bilder in einem internen Wettbewerb bewerten. Das Thema lehnen wir dabei an das Fotoforum an. Der interne Wettbewerb ist zugleich eine Orientierung und Motivation zur Teilnahme am Fotoforum Award.

Bei dem aktuellen Thema "Tiere" am 12.11.2020 gab es ein Novum - unser Mitglied Bernhard Brautlecht hat die ersten vier Plätze komplett belegt:

08   Platz 1

Platz 1 - Eine Meise im Anflug, aufgenommen mit Lichtschranke und Kurzzeit-Technik. Problem bei derartigen Aufnahmen ist, das die Vögel in hoher Geschwindigkeit anfliegen. Wenngleich eine gute Lichtschranke extrem schnell reagieren kann, benötigt die Kamera bis zur Auslösung mehrere Millisikunden - in der Zeit ist das Tier oftmals bereits in einer anderen Schärfeebene.
Die Besonderheit der Kurzzeit-Fotografie ist, das alle eingesetzten Geräte keine relevante Auslöseverzögerung haben. Für das Hauptlicht wurden mehrere Blitze mit 1/16 der Leistung eingesetzt. Dadurch ergibt sich eine Belichtungszeit von etwa 1/5000 Sekunde - trotz Bewegung ist die Meise scharf abgebildet.

Das Außergewöhnliche dieser Aufnahme ist der Schweif: Durch einen weitern Blitz von unten / hinter der Meise mit voller Leistung und somit einer längeren Leuchtdauer eingesetzt ergibt sich die "Bewegungsunschärfe". Die Zündung des ersten Blitzes muss zum Beginn der Aufnahme erfolgen, die des zweiten exakt zum Ende der Belichtung.

 

22   Platz 2

Platz 2 - Hornisse im Anflug auf ihren Bau - ebenfalls mit mit Lichtschranke und kurzzeit-Technik aufgenommen. Ausgeleuchtet mit mehreren Blitzen. Wie im vorherigen Bild mit mehreren Blitzen in Teilleistung und einem mit voller Leistung. Werden Blitze mit z.B. nur 1/16 der Leistung eingesetzt, es wird aber mehr Lichtleistung benötigt, kann dies durch mehrere Blitze erreicht werden. Mit mehreren Blitzgeräten zu arbeiten bedeutet auch, mehr Möglichkeiten in der Ausleuchtung des Motives: Schatten können gezielt gesetzt oder ausgeleuchtet werden.

 

16   Platz 3

Platz 3 - Uhu im Anflug. Der junge Uhu hatte ein entzündliches Auge und wurde von Bernhard in Abstimmung der unteren Naturschutzbehörde mit Antibiotika betreut. Zehn Tage wurden die Eulen mit Eintagsküken gefütter die mit Antibiotika versehen waren. Mit Kurzzeittechnik (Rollei 6008 integral, 4 Blitzgeräten und Lichtschranke) entstand diese Aufnahme.

 

26   Platz 4

Platz 4 - Blutrote Heidelibelle, aufgenommen auf Rhodos  - Libellen nehmen einen Stock oder Ast als Sitzwarte in der Nähe des Wassers gern an. Wichtig für den Fotografen ist, das dieser gut positioniert ist - in passender Entfernung zum Aufnahmestandort und vor einem förderlichen Hintergrund. Steigt die Sonne in der Mittagshitze auf und die Tiere leiden unter der Hitze, nehmen sie diese Obelisthaltung ein, um der Sonne möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten mit der Abdomenspitze genau zur Sonne. So kann mann ohne hoch zu schauen den Stand der Sonne erahnen.

 

19   Platz 5

Platz 5 - Aufnahme von Klaus Lucks. Kraniche in der Abenddämmerung, aufgenommen an der Ostsee. Kraniche sind recht scheu aber an den bekannten Futterstellen lassen sie sich aus relativ moderater Entfernung gut beobachten - gleichwohl ist eine längere Telebrenweite erforderlich: 600 mm. Um eine scharfe Abbildung zu erreichen waren ISO 640, 1/1600 Sek erforderlich.

 

11   Platz 6

Platz 6, Aufnahme von Friedrich-Wilhelm Golüke, Grünspecht am Gartenteich

Im Hochsommer nehmen die Vögel eine Gelegenheit zum Triken oder ausgiebigem Bad gern an. Die Aufnahme wurde ganz unspektakulär von der Terasse, hinter einem Sonnenschutz gehend, aufgenommen.

Grünspechte sind sehr aufmerksam und entsprechend scheu; er hält regelmäßigen, kurzen Abständen Ausschau nach Feinden im Luftraum über ihm und im Gelände um ihn herum.